Barrierefreier Relaunch von Greenpeace Deutschland mit TYPO3

Auch wenn der letzte Relaunch von Greenpeace Deutschland im Jahre 2002 nicht allzu weit zurücklag, kristallisierten sich neue Anforderungen an die Online-Plattform heraus. In dem bestehenden, artikelorientierten Auftritt stellte der schnelle Zugang zu den Informationen die größte Hürde dar. Eine Überarbeitung der Informations- und Navigationsstruktur und in dem Zuge auch des Designs war nötig. Sie musste einfach, übersichtlich und benutzerfreundlich sein. Besonders wichtig: Barrierefreiheit war eine der Hauptanforderungen des Kommunikationsbereiches an die IT von Greenpeace. Ziel war es, als erste Umweltorganisation mit ihrer neuen barrierefreien Homepage auch Menschen mit Handicap den Zugang zu ihren Inhalten im Internet zu erleichtern. Außerdem soll die zentrale Webseite die barrierefreien Standards für alle zukünftigen neuen Webseiten der Organisation setzen.



Aus dem bestehenden Auftritt wurden alle bisherigen, im Laufe der Jahre entstandenen Artikel in ein Artikel-System überführt. Alle relevanten Informationen die einen Artikel betreffen werden so zentral gebündelt und in einem Content-Pool verwaltet. Dabei wird auf referenzierte Metadaten des Digital Asset Management (DAM) zurückgegriffen.
Auch für das DAM wurden innerhalb des Projektes in Zusammenarbeit mit René Fritz neue Funktionen und Verbesserungen erstellt, die mittlerweile über das Repository frei verfügbar sind. Der Service zur Verarbeitung von IPTC-Daten, die direkt mit Bildbearbeitungsprogrammen an die Datei angehängt werden können, wurde runderneuert. Die Daten werden nun vom DAM direkt übernommen und bilden so eine effektive Möglichkeit, beim Indexieren von Bildern, Metadaten wie Titel, Beschreibung, Kategorien, Autoren und Copyright-Informationen einzulesen. Im Zusammenspiel mit dem für Massenoperationen verbesserten Indexierungsprozess und einem neuen Modul zur Abspeicherung von Indexierungsregeln in XML, erlaubt das DAM nun große Mengen von Assets per Cronjob zu verarbeiten. Für Greenpeace ergab sich so ein effektiver Workflow. Das neue Bildmaterial der Fotoredaktion wird per FTP auf einen Ziel-Server geladen, automatisch per Cronjob im Format verarbeitet und indexiert. Der Internet-Redaktion steht es so für neue Artikel immer tagesaktuell zur Verfügung. Mittlerweile kann sie allein bei Bildern auf über 20.000 kategorisierte vom DAM verwaltete Dateien zurückgreifen.
Barrierefreiheit: Ideal mit TYPO3
Bei der Umsetzung der Website wurden eine Vielzahl von Kriterien mit einbezogen. Der Prototyp wurde auf seine Informationsarchitektur überprüft und einer heuristischen Evaluation durch Trixie und Alvar C.H. Freude unterzogen. Die Möglichkeit des Benutzers sich Informationen parallel über einen thematischen Weg (z.B. Atomkraft, Meere, etc) oder über den Typ der Informationen (Pressemitteilungen, Nachrichten, PDF-Dokumente und multimediale Inhalte) zu erschließen, hat sich als sehr positiv herausgestellt.
Das Layout und die Präsentation basiert zu 100% auf CSS-Techniken. HTML-Elemente werden dabei lediglich zur logischen Strukturierung der Inhalte verwendet. Bei der Layout-Umsetzung wurde auf die Linearisierbarkeit der Inhalte geachtet. Tabellen und andere HTML-Elemente wurden nicht für Layout-Zwecke eingesetzt. Alle Menüs und Listen wurden als HTML-Listenelemente umgesetzt. Für ältere Browser ist die CSS-Verwendung deaktiviert, sie stellen die Seiten ohne CSS in linearisierter Form dar, um Darstellungsfehler zu vermeiden. Das Layout und die Schriften sind skalierbar.
Akronyme, Abkürzungen, Definitionen und Sprachwechsel werden für die ganze Anwendung in ein eigens entwickeltes zentrales Glossar eingetragen und in unterschiedlicher Form zugänglich gemacht
Ein Access-Key-Pad für oft verwendete Seiten erhöht die Usability. Die URLs der Seiten wurden durch Einsatz der "Real URL"-Extension als "sprechende" Adressen umgesetzt.
Die neue Internetplattform versteht sich als lebendige und wachsende Informationsplattform. RSS-Feed, News to SMS für Journalisten, Integration neuer Artikeltypen wie Audio sind nur einige Stichpunkte für die Zukunft. TYPO3 bildet dafür das optimale Fundament.
(stark gekürzte Fassung eines Artikels, erschienen in der Ausgabe Nr.1 des neuen T3N-Magazins) | |